Suno Albums: Aus einzelnen Songs wird ein Album – mit Cover, Reihenfolge und eigener Veröffentlichung
Seit dem 5. Oktober 2026 gibt es bei Suno eine neue Funktion: Albums. Damit kann man seine Songs zu einem richtigen Album zusammenstellen – mit Cover, Track-Reihenfolge und einer eigenen Veröffentlichung direkt auf Suno. Ich durfte die Funktion schon vor dem offiziellen Start ausführlich ausprobieren und habe gleich zwei sehr unterschiedliche Alben daraus gebaut. Und ich sage es gleich vorweg: Ich hatte unfassbar viel Spaß damit.
Die naheliegende Frage ist natürlich: Was ist eigentlich der Unterschied zu einer Playlist? Darauf komme ich gleich zurück, denn die Antwort hängt stark davon ab, wie man Suno benutzt.
Was Suno offiziell angekündigt hat
Die offizielle Release Note von Suno ist kurz. Sinngemäß steht dort: Man kann jetzt ein zusammenhängendes Werk als Album veröffentlichen, und wenn man das tut, bekommen die eigenen Follower eine Push-Benachrichtigung. Wer bisher Playlists als Ersatz-Alben genutzt hat, kann sie in ein Album umwandeln. Verfügbar ist das Ganze im Web sowie in den Apps für iOS und Android.
Mehr Details stecken im offiziellen Tutorial, das Suno zum Start veröffentlicht hat und das unter anderem das Magazin The AI Musicpreneur und der Creator Moe Lueker beschreiben. Dort sagt Suno selbst, ein Album sei die eigene Veröffentlichung – rund um einen Artist und eine Sammlung von Songs, die zusammengehören, mit eigenem Artwork, eigener Reihenfolge, eigener Release-Seite und einem prominenteren Platz im Profil. Eine Playlist dagegen kann Songs von verschiedenen Leuten mischen.
So funktioniert es
In Suno geht man auf Library, und dort gibt es jetzt neben Songs und Playlists den Bereich Albums. Mit „New Album“ legt man ein neues an. Mein erstes Album, „One Day I'll Write the Hit“, lag da schon. Für das Video habe ich einfach ein zweites angefangen.
Zuerst wählt man, ob es eine EP (Extended Play, also eine kürzere Veröffentlichung) oder eine LP (Long Play, das klassische Album) werden soll. Dann kommt das Cover. Entweder man baut es selbst – in einem anderen Programm, mit einer anderen KI, wie auch immer – und lädt es hoch. Oder man lässt Suno das Cover direkt erzeugen. Ich habe testweise einfach „Old Radio Machine“ eingegeben, und sofort kamen zwei Bildvorschläge. Der erste hat mir gleich gefallen – das war schon ein wunderbares Cover.
Danach kann man noch einen Beschreibungstext eingeben. Bei mir stand da so etwas wie „13 Songs von Thomas Foster und Suno“ – ich will mich ja nicht allein mit fremden Federn schmücken. „Create Album“, und das Album ist angelegt.
Jetzt fehlen nur noch die Songs. Dafür gibt es zwei Wege: Create Songs, wenn man neue Songs direkt für das Album generieren will, oder Add Songs, wenn man schon fertige Songs hat. Ich habe Add Songs genommen. Man kann in den eigenen Playlists suchen oder direkt den Songtitel eingeben. Kleiner Tipp aus meinem Test: Auf das Plus neben dem Song drücken, nicht auf den Titel – sonst landet man auf der Seite des Songs statt im Album. Das wiederholt man, bis alles drin ist, und bringt die Songs in die gewünschte Reihenfolge.
Am Ende steht Publish Album. Erst dann wird das Album wirklich öffentlich: Es erscheint auf Suno, man kann danach suchen, und mit etwas Glück taucht es auch direkt auf der Startseite auf.
Vor dem Veröffentlichen genau hinschauen
Einen Punkt sollte man kennen, bevor man auf Publish drückt. Laut dem Veröffentlichungs-Dialog, den beide oben genannten Quellen zeigen, macht das Veröffentlichen eines Albums alle Songs darauf öffentlich – und das lässt sich nicht rückgängig machen. Wer also private Demos, alternative Versionen oder Testsongs im Album hat, sollte die Trackliste vorher noch einmal in Ruhe durchgehen.
Im selben Dialog gibt es außerdem einen Schalter, mit dem man das Album-Cover für alle Songs übernehmen kann. Wer möchte, dass jeder Song sein eigenes Bild behält, lässt ihn aus.
Playlist oder Album – macht das einen Unterschied?
Wenn ihr Suno vor allem benutzt, um Songs zu generieren, herunterzuladen und dann woanders weiterzuverwenden, ist der Unterschied tatsächlich überschaubar. Immer mehr Produzenten nutzen Suno ja als Erweiterung ihrer DAW (Digital Audio Workstation, also ihres Musikprogramms wie Ableton oder Logic): Sie prompten sich einzelne Spuren und ziehen nur die in ihr Projekt. Für diesen hybriden Workflow ist ein Album auf Suno erst einmal nebensächlich.
Spannend wird es, wenn man Suno selbst als Musikplattform betrachtet. Musik machen, ein Album daraus bauen, veröffentlichen und es direkt den eigenen Followern präsentieren – alles an einem Ort. Vielleicht hören wir in Zukunft also immer mehr Musik direkt auf Suno. Ob das wirklich so kommt, weiß heute niemand. Aber die Funktion geht klar in diese Richtung, und sie passt zu dem, was Suno zuletzt nachgelegt hat – etwa Suno Speech, die neue Sprachfunktion vom 1. Oktober.
Wichtig ist dabei auch, was Albums nicht ist: Weder die Release Note noch das Tutorial sprechen davon, ein Album an Spotify, Apple Music oder andere Streamingdienste zu schicken. Ein Album auf Suno bleibt auf Suno. Wer seine Musik in die großen Streamingdienste bringen will, braucht dafür weiterhin einen Vertrieb – und muss die Songs dafür herunterladen, wobei die Download-Limits der jeweiligen Abo-Stufe gelten. Wie es mit Rechten und Nutzungsbedingungen bei veröffentlichten Alben genau aussieht, sollte jeder in den aktuellen AGB von Suno für sein eigenes Abo nachlesen.
Was noch unklar ist
Ein paar Dinge hat Suno bisher nicht öffentlich festgelegt, zumindest habe ich sie weder in der Release Note noch in den Berichten zum Tutorial gefunden: In welchen Abo-Stufen man Alben veröffentlichen kann, wie viele Songs eine EP oder LP maximal haben darf und welche Größe das Cover haben sollte. Ich habe es in meinem Vorab-Test ausprobiert, kann daraus aber keine allgemeinen Regeln ableiten. Wer es genau wissen muss, schaut am besten in seinen eigenen Account.
Mein Album: „One Day I'll Write the Hit“
Die Idee zu meinem Album ist ziemlich persönlich. Ich hatte schon mit sieben den Wunsch, einen Hit zu schreiben, und diese Idee habe ich mein ganzes Leben verfolgt. Was soll ich sagen: Bis heute ist mir kein wirklicher Hit gelungen. Aber die Musik, die mich dabei begleitet hat, die ist da.
Also geht das Album genau durch diese Stationen: von den Beatles 1967 – da war ich noch nicht einmal auf der Welt – über Queen und Prince bis zu Billie Eilish heute. Fast 60 Jahre Popgeschichte, von 1967 bis 2026. Manche Songs klingen tatsächlich so, als kämen sie direkt aus der jeweiligen Zeit. Ich habe das Album mit Gästen als kleines Ratespiel gespielt: Bei jedem Titel überlegen, wer das sein könnte und wem es ähnlich klingt. Das hat unfassbar viel Spaß gemacht – probiert es gern selbst aus.
Der letzte Song ist ein aktueller Popsong, ich sage mal im Stil von Billie Eilish. Dafür habe ich ein paar alte Fotos von mir ausgegraben und daraus mit KI ein kleines Video gemacht.
Das Album findet ihr hier: One Day I'll Write the Hit auf Suno.
Was ich mitnehme
Suno Albums ist schnell erklärt und schnell gemacht: Album anlegen, EP oder LP wählen, Cover hochladen oder erzeugen, Songs hinzufügen, sortieren, veröffentlichen. Für alle, die Suno nur als Werkzeug für ihre DAW nutzen, ändert sich wenig. Für alle, die ihre Musik direkt auf Suno zeigen wollen, ist es ein echter Schritt: Aus einer losen Sammlung wird eine Veröffentlichung, die man als Ganzes präsentieren kann.
Ob Suno damit wirklich zu einem Ort wird, an dem viele Menschen Musik hören, wird sich zeigen. Ich bin jedenfalls schon unglaublich gespannt auf eure ersten Alben.
Im Video zeige ich den ganzen Ablauf Schritt für Schritt: YouTube-Video vom 05.10.2026.
