Thomas Foster Sound & Vision
KI-Musik im Radio einreichen: kostenlos testen, Rechte lesen, Reichweite hinterfragen
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KI-Musik im Radio einreichen: kostenlos testen, Rechte lesen, Reichweite hinterfragen

· von Thomas Foster

Es gibt mittlerweile Radiostationen, die ausschließlich oder bewusst KI-generierte Musik spielen. Für alle, die mit Suno und Co. Songs machen, klingt das erstmal nach guter Nachricht: Endlich ein Slot. Im KI-Musik-Update habe ich mir mehrere dieser Wege genauer angesehen – und dabei etwas gemerkt, das man vor dem Upload wissen sollte.

Nicht jeder „KI-Radio“-Weg ist gleich. Manche sind kostenlos und community-nah. Manche verlangen Abos. Manche wollen eine Lizenz, die du praktisch nicht mehr zurückziehst. Und bei keinem der reinen KI-Sender, die ich im Video angeschaut habe, lagen öffentliche, klar nachvollziehbare Hörerzahlen auf dem Tisch.

Erst die Frage, die oft fehlt: Wer hört das eigentlich?

KI-Musik ist kein Genre. Es ist eine Produktionsmethode. Niemand sagt morgens: „Heute habe ich keine Lust auf Pop oder Hip-Hop – heute will ich KI.“ Hörer wollen Songs, Stimmung, Stimme, Beat. Ob der Track mit Prompt, Sample oder Session-Band entstanden ist, merken die meisten erst, wenn jemand es sagt.

Deshalb finde ich klassische Stationen mit einem AI-Music-Night-Format oft spannender als reine KI-Sender ohne belegtes Publikum. Im Video nenne ich Beispiele wie Radio Frankfurt und Antenne Coburg (im Transkript ASR-mäßig etwas verrutscht) – also bestehende Programme, die KI-Tracks in einem Slot spielen. Dort sitzt schon ein Publikum. Ob und wie oft das bei euch lokal läuft, müsst ihr selbst prüfen; Hörerzahlen erfinde ich hier nicht.

Mein grobes Raster bleibt einfach:

Kein GEMA-Rechtsrat. Nur Praxisbeobachtung.

Hit Radio AI – Formular, Filter, perpetual license

Öffentlich nachweisbar ist unter anderem Hit Radio AI mit einem Music-Submission-Formular: hitradioai.com/music-submission. Radio World hat den Sender als KI-Hit-Radio-Station beschrieben.

Die Upload-Regeln sind klar formuliert: Song muss mit KI entstanden sein; MP3 mindestens 256 kbps; 44,1 oder 48 kHz; maximal ein Song pro Woche; maximal sechs Minuten; keine Cover, keine Samples; mindestens 50 Prozent englischer Gesang; keine Instrumentals in dem Sinne, dass Vocals fehlen.

Der kritische Teil steht in den AGB des Formulars: Mit dem Einreichen gewährst du Hit Radio AI und Affiliates eine perpetual, worldwide, royalty-free License – also dauerhaft, weltweit, ohne Royalty – für Broadcast, Distribution, Sublicensing und Aufnahme in kuratierte Libraries für Partner. Einmal eingereicht, kann der Song laut Formular nicht zurückgezogen werden. Die Station zahlt keine PRO-Gebühren für deinen Track. Du behältst Ownership, verzichtest aber auf zusätzliche Royalty-Ansprüche für genau diese Nutzungen.

Das ist kein „böse um jeden Preis“-Urteil. Es ist ein Deal, den man bewusst eingehen muss – oder eben nicht. Wer den Track später noch bei einer Verwertungsgesellschaft anmelden will oder flexibel halten will, sollte das Formular zweimal lesen.

MF Radio – im Video genannt, separat nachweisbar

Im Video heißt es sinngemäß: Bei MF Radio AI könne man einen Song kostenlos einreichen; wer regelmäßig einreichen will, könne ein Abo nehmen – Beispiel rund 6,99 € im Monat.

Öffentlich gibt es MF Radio (mfradio.de) mit Creator-Tarifen – unter anderem Creator 5 für 6,99 € monatlich (bis zu fünf Songs/Monat). Ob „MF Radio AI“ im Video genau diesen Shop meint oder eine verwandte Programm-Schiene, lasse ich offen. Hit Radio AI ist das US-Formular mit perpetual License; MF Radio der deutsch auffindbare Abo-Weg mit dem Preisbeispiel aus dem Video. Beides nicht zu einem Sender zusammenwerfen.

ZIK.AIR – kostenlos, kein kaufbarer Playlist-Platz

ZIK.AIR (zikairadio.com) schreibt in der FAQ: kostenlos für Artists, keine Gebühren für Upload, Review oder Airplay, niemand kann sich einen Playlist-Platz kaufen. Ein neuer Song alle sieben Tage; bis zu fünf genehmigte Songs gleichzeitig in der Playlist. Lizenz non-exclusive und royalty-free für die Station – keine Royalties für Airplay. Ownership bleibt bei dir; Löschen aus der Library geht, bereits ausgestrahlte Archive können den Track trotzdem noch enthalten. Airplay ist nicht garantiert. Für mich: Community-Versuch ohne Pay-to-Play – wenn die AGB zu deinen Plänen passen.

Radio Granellìk – Non-Profit, max. vier Tracks/Monat

Radio Granellìk (radiogranellik.it) nimmt Original-KI-Tracks (u. a. Suno, Udio) über ein kostenloses Non-Profit-Portal. Maximal vier Tracks pro Monat; MP3/WAV; max. fünf Minuten. Die Authorization verlangt eine non-exclusive, royalty-free, worldwide Live-Streaming-Lizenz; Ownership bleibt beim Artist. Cover, Remixes, Parodien: ausgeschlossen. Kostenlos heißt hier: ohne Abo – die Lizenzfrage bleibt.

Live365 – eigener Sender, nicht „Song an KI-Radio schicken“

Live365 ist eine andere Baustelle: eigener Internet-Sender, nicht „Song an KI-Radio schicken“. Die AI Music Guidelines vom 26. Februar 2026: Fully-AI-Tracks ohne erkennbare menschliche Authorship fallen nicht unter die Live365-Blanket-PRO-Lizenz – du brauchst eigene Broadcast-Rechte der AI-Plattform. Broadcast-Pläne starten öffentlich bei etwa 65 Dollar/Monat. Betriebskosten, kein Submit-zu-KI-Radio.

Mein Fazit aus dem Video – und was ich offen lasse

Kostenlos einreichen, wo die Bedingungen fair und rückholbar genug wirken: warum nicht. Vielleicht hört jemand den Track, vielleicht entsteht eine Nischen-Community. Sobald jemand Geld für Airplay will und keine überzeugende Antwort auf „Wie viele echte Hörer?“ liefert, würde ich das Budget eher in andere Promotion stecken – es sei denn, man braucht wirklich noch einen absetzbaren Posten zum Jahresende. Selbst dann fallen mir oft bessere Ideen ein.

Was ich nicht tue: behaupten, KI-Radio sei „die nächste große Chance für Artists“, Hörerzahlen schätzen oder GEMA-Strategien erfinden. Rechte, PRO-Status, Distribution und Station-Lizenz – das muss jeder für den eigenen Track und die eigene Region prüfen.

Neben Radio geht es im Update auch um den Michael-Smith-Streaming-Betrug – Fake-Streams, nicht Song-Generierung. Radio bleibt die Praxis-Schiene: einreichen ja, Augen auf bei Lizenz und Reichweite.

Im Video: Sender-Übersicht und Fazit ohne Schönfärberei. Link: https://www.youtube.com/watch?v=P9xv9Oc9AFs